Ein neuer Blickwinkel


Mit dieser neuen Urtext-Edition sind Mendelssohns große Konzert-Ouvertüren und damit einige seiner meistaufgeführten Werke erstmals in wissenschaftlich-kritischen Ausgaben zugänglich.

„Hätte Mendelssohn seinen einsätzigen Orchesterstücken den glücklichen Titel ‚Symphonische Dichtung’ gegeben, den Liszt später erfunden hat, so würde er heute wahrscheinlich als Schöpfer der Programmmusik gefeiert und hätte seinen Platz am Anfang der neuen statt am Ende der alten Periode unserer Kunst. Er hieße dann der ‚erste Moderne’ anstatt der ‚letzte Klassiker’“. (Felix Weingartner, Die Symphonie nach Beethoven, 1898)

Der bedeutende englische Dirigent und Musikforscher Christopher Hogwood wählte für die neue Urtext-Edition sieben Ouvertüren aus, die eine außerordentlich fruchtbare und kreative Periode im Schaffen Mendelssohns umspannen, beginnend mit der „Ouvertüre für Harmoniemusik“ (1824) und endend mit „Ruy Blas“ (1839).

Nahezu allen Kompositionen liegt ein Programm zugrunde. Sie entstanden meist in Reaktion auf bestimmte literarische Eindrücke oder deren Darstellung auf der Bühne; dazu gehören etwa Shakespeares Sommernachtstraum, Hugos Ruy Blas, Goethes Meeresstille und glückliche Fahrt oder Grillparzers Die schöne Melusine. Sie spiegeln aber auch visuelle Impressionen wider, wie sie in den Hebriden (Fingalshöhle) zutage treten.



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