Erstfassungen

Neu: Artikulation, Besetzung, Dynamik, Tempi und sogar Töne, sowie bisher unbekannte und nicht veröffentlichte Erstfassungen!

Die neue Bärenreiter Urtext-Ausgabe beginnt mit "Die schöne Melusine". Mendelssohn vollendete diese Ouvertüre in ihrer ursprünglichen Form am 14. November 1833, dem Geburtstag seiner Schwester Fanny. In einem Gratulationsbrief widmete er ihr das Werk. Die Ouvertüre wurde am 7. April 1834 in London uraufgeführt, dirigiert von Ignaz Moscheles. Diese erste Fassung zählt 350 Takte und ist im Autograph sowie in einer für die Londoner Aufführung veränderten Abschrift von der Hand J.G. Schauseils überliefert.
Mendelssohns enger Freund Karl Klingemann, der die Londoner Aufführung besuchte, lobte das Werk als „unvergleichlich rührend und bewegend“. Moscheles bezeichnet es als eine „köstliche Arbeit“, in der „Geist, Plan, Einheit, Kunst und Eigenthümlichkeit Hand in Hand gehen“. Mendelssohn selbst hörte Monate später eine Aufführung in Deutschland, die ihm sehr gut gefiel und erinnerte sich: „Ich weiß so bei manchen Stücken vom ersten Tacte an, daß sie gut klingen werden, und Zug haben, und so war’s auch damit.“
Im darauf folgenden Jahr erklärte Mendelssohn, dass ihm die Melusine „immer halbfertig vorkam“, und er sie vollständig umschreiben wolle; er bat sogar darum, sämtliche früheren Kopien zu verbrennen.

Es ist ungewiss, weshalb Mendelssohn seine Komposition überarbeitete, da sowohl er als auch seine Freunde sich dessen bewusst waren, was er als „Revisionskrankheit“ bezeichnete. Auch wenn ein Werk bereits im Druck war, konnte er nicht widerstehen, weitere Änderungen vorzunehmen.



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