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Berlioz 2003 »Ein großer Genius kann nicht würdiger geehrt werden, als durch eine correcte Ausgabe seiner sämtlichen Werke.« Ludwig Ritter von Köchel, 1875 |
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Ludwig von Köchel, der Verfasser des berühmten Mozart-Werkverzeichnisses, mag mit seinem Ausspruch möglicherweise nicht direkt an Hector Berlioz gedacht haben, aber seine Devise ist auf ihn und die New Berlioz Edition ohne weiteres anwendbar. Es war anlässlich der bevorstehenden Feier zu Berlioz’ 100. Todesjahr 1969, als sich das Berlioz Centenary Committee entschloss, ganz im Sinne Köchels, dem großen französischen Komponisten in Gestalt einer modernen wissenschaftlich-kritischen Gesamtausgabe seines musikalischen Werkes ein bleibendes Denkmal zu setzen. »Neu« war diese Ausgabe in zweierlei Hinsicht, einmal, weil in den Jahren zwischen 1900 und 1907 eine von Charles Malherbe und Felix Weingartner betreute erste Berlioz-Gesamtausgabe zwar begonnen, aber nie vollendet worden war, »neu« sollte die Ausgabe aber auch inhaltlich sein, indem sie modernsten musikwissenschaftlichen Editionsmethoden und musikalischen Erkenntnissen folgte. Verglichen mit den Gesamtausgaben Bachs und Mozarts war die New Berlioz Edition aber auch eine junge Edition, und jung war der Kreis von Musikern und Musikwissenschaftlern, die die Ausgabe anregten und betreuten, darunter John Eliot Gardiner und Hugh Macdonald.
In den vergangenen 30 Jahren sind 20 der geplanten 26 Bände erschienen. Im Jahr 2003, Berlioz’ 200. Geburtsjahr, soll die New Berlioz Edition abgeschlossen sein. Die Ausgabe legt erstmals unveröffentlichtes Material vor, verworfene Fassungen und Entwürfe, an denen die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Werkes ablesbar wird; Fragmente unvollendeter Werke werden erstmals der Wissenschaft in einer kritischen Neuedition zur Verfügung stehen, und schließlich hat der Bestand der vollendeten Werke durch die von Frans Moors 1991 wiederentdeckte »Messe solennelle« eine völlig unerwartete Bereicherung erfahren. Das hohe wissenschaftliche Niveau der Ausgabe ist international anerkannt. Darüber hinaus hat sie sich auch in der musikalischen Praxis mehr und mehr durchgesetzt. So sind Berlioz’ unbestrittene Hauptwerke, die Opern »Les Troyens«, »Béatrice et Bénédict« und »Benvenuto Cellini«, durch Hugh Macdonalds Editionen in der New Berlioz Edition den internationalen Bühnen erstmals voll zugänglich gemacht worden. Zu allen Werken werden die vollständigen Aufführungsmateriale bis zum 200. Geburtstag im Jahre 2003 auf der Basis der New Berlioz Edition erhältlich sein, zu etlichen Werken sind Klavierauszüge und Studienpartituren käuflich lieferbar. Die New Berlioz Edition erschließt die authentischen Texte der Werke von Hector Berlioz in einer Form, die sowohl wissenschaftlichen als auch praktischen Ansprüchen gerecht wird. Herausgegeben wird sie vom Berlioz Centenary Committee, London in Zusammenarbeit mit der Calouste Gulbenkian Foundation, Lissabon unter der Leitung von Hugh Macdonald. »... so kann die neue Berlioz Gesamtausgabe, die der Bärenreiter-Verlag in Angriff genommen hat, die Voraussetzungen dafür schaffen, daß dieser Komponist endlich adäquate Aufführungen erfährt und auch in allen seinen Dimensionen begriffen wird.« Bayerischer Rundfunk |